Deutsches Recht bewahrt Muslim vor Mitgliedschaft in deutschem Verein – Eine Polemik

Muslim darf nicht Schützenkönig werden. Stand neulich in der Zeitung. Naja, in der Focus. Gut, bei Focus-Online. Trotzdem. Ich könnt mich aufregen. Ich weiß gar nicht, wo anfangen.

Herr G. Darf nicht im Werler Schützenverein Schützenbruderschaft St. Georg Sönnern-Pröbsting Mitglied sein, weil er kein Christ ist. Klar, so ein Verein darf selbst entscheiden, wer bei ihm mitmachen darf. Im Männerchor darf ja auch keine Frau mitsingen. Im Kita-Förderverein ist ein Pädophiler sicher nicht gern gesehen. Aber trotzdem. Die Schützenbruderschaft St. Georg Sönnern-Pröbsting wurde wahrscheinlich gegründet, als es in Deutschland außer Christen und vom Teufel Besessene keine anderen Glaubensrichtungen gab. Und ob sich der Schützenverein damit an den Rand der Gesellschaft drängt, bleibt ihm ja selbst überlassen. (Aber um mal aus dem eigenen Nähkasterl zu plaudern: Vereinssatzungen lassen sich ändern.)

Aber wenn da nur christliche Männer Mitglied werden dürfen, dann sind ja neben den Muslimen ja auch die Buddhisten und die Hinduisten und und und ausgeschlossen. Und die Juden. Zentralrat, übernehmen sie!

Andererseits. Ein Schützenverein. Ein beliebter Traditionsverein vor allem auf dem Lande. Muss man in sowas wirklich Mitglied werden? Zeigt sich gelungene Integration von Migranten in der Mitgliedwerdung in einem Schützenverein?

Beim Schützenverein geht es nicht ums Schützen, wie der Name irreführend nahelegt, sondern ums Schießen. Schützen kann auch die Freiwillige Feuerwehr. Schützenvereine sind das, wo die Amokläufer ihre Waffen herkriegen (siehe Winnenden). Aber das vielleicht nur am Rande. In Schützenvereinen spielen erwachsene Männer mit Schießgewehren.

Können die nicht was soziales machen? Die Schützen? Und der Muslim?

Gibt es denn in diesem Kaff kein Kulturverein? Also Kultur im Sinne von lesen, schreiben, Musik, Malen und Theaterspielen, nicht Beten, Brauchtum und Stammtischlern. Kann Herr G. keinen eigenen Verein gründen? Möglichst keinen Schützenverein nur für Muslime, das käme in der deutschen Presse sicher nicht gut an.

Den einzigen richtigen Satz bei diesem Skandal sprach Rolf Nieborg vom Schützenverein-Dachverband Historischen Deutschen Schützenbruderschaften: »Wer lesen kann, ist im Vorteil.«

Wenn ich (also ich jetzt persönlich als ich) in einem Verein Mitglied werden will, schau ich vorher doch mal in die Satzung, und wenn da steht: untersetzte bärtige Brillenträger dürfen bei uns nicht mitmachen, nehme ich Abstand von der Mitgliedschaft und vom ganzen Verein. Hätte Herr G. ja auch mal machen können – nachlesen. Und wenn ich jemanden in meinen Verein aufnehmen will, dann schau ich auch nochmal in die Satzung und frage den Antragsteller, ob er gegebenenfalls ein untersetzter bärtiger Brillenträger ist oder in absehbare Zukunft zu werden gedenkt.

Als gebürtiger Atheist könnte mir die ganze Geschichte aber auch am Arsch vorbeigehen, und lassen Sie es mich deutlich sagen: Sie tut dies auch. Religion1-Deppen nehmen Religion2-Deppen nicht in ihren Deppen-Verein auf. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Und zwar nicht in denen von 1938, sondern in ganz, ganz engen Grenzen, die sind mit dem nackten Auge gar nicht zu sehen, so eng sind die. Mein Tipp: Religionen abschaffen, Schießen ist für alle da.

Ach so, und ganz nebenbei. Der bewaffnete »Konflikt« der beiden Schützenvereine Israel und Hamas geht weiter. In der Ukraine dito. Und in den restlichenKriege und bewaffneten Auseinandersetzungen auf der Welt, über die derzeit nicht in den Medien berichtet wird, sowieso.

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