Morgen um 12. Oder übermorgen um 5 Uhr nachmittags.

Freunde! Wir lachen zu wenig. Ernsthaft. Wir lachen zu wenig. Ja, hier auf http://www.ichmachdashiernichtzumspass.de, da lachen wir. Aber sonst? Wir müssen mehr lachen. Wir müssen mehr Comedy schauen. Den FDP-Komiker Dieter Nuhr. Oder Mario Barth. Der mit der Freundin. Aber den muss man live sehen, den Mario Barth, sonst ist der nicht witzig. Oder Youtube. Kuckt Youtube. Sofort. Also gleich. Oder nachher. Da gibt’s ganz viele lustige Videos, in denen irgendwelche Leute irgendwo runter fallen oder hinfallen oder irgendwo gegen laufen und sich Arme und Beine brechen und sich vor Schmerz am Boden winden. Oder Haustiere, die irgendwo gegen laufen, gegen Glastüren oder von Tischen runterfallen oder irgendwo steckenbleiben. Oder Kinder. Kinder, die von Schaukeln fallen und sich Arme und Beine brechen und in die Kamera weinen, die ihnen ihr Vater hin hält statt zu helfen oder zu trösten. Darüber kann ich stundenlang lachen. Darüber kann ich mich krank lachen.
Krank.
Oder kuckt diese lustigen Rechten-Videos. Hier »Vier, vier, vier, buntes Trier, nicht mit mir«, wo diese vier Fackelträger ihre lustigen Parolen in die Kamera hinein stammeln. Hab ich gelacht. Überhaupt die Rechten, die sind so lustig. Lest mal die Kommentare bei Facebook. Keinen geraden Satz können die schreiben. Rechtschreibung unter aller Sau. Aber lustig sind die. Die schreiben Volk mit F und SS mit Eszett. Wenn ich so was im Netz lese, könnte ich mich totlachen.
Tot.
Aber die müssen das auch nicht können. Die können Flüchtlingsheime auch ohne Rechtschreibkenntnisse abfackeln. Die können Schwule und Schwarze und Linke auch mit einer 5 in Sozialkunde verprügeln. Die können morgen in die Redaktion der taz marschieren und alle Redakteure abknallen, einfach so, aus Sorge, weil wegen der Flüchtlinge und der Lügenpresse das Geld für die Schulbildung ihrer Kinder nicht reicht.
Jetzt werde ich schon wieder so ernst.
Nein, ernsthaft. Wir lachen zu wenig.
Lasst uns hinausgehen und lachen. Mal richtig laut lachen. Mal richtig laut aus vollem Herzen lachen.
Lasst uns einen Flashmob machen! Morgen. Mittags um 12. Oder übermorgen um 5 Uhr nachmittags. Ich erstelle eine Gruppe auf Facebook. Ich sag euch, wann und wo und dann gehen wir hinaus auf die Straßen. Wir ziehen zusammen um die Häuser. Wir besuchen die Bankfilialen. Wir sagen: »Keine Angst, wir wollen kein Geld.« Wir gehen zum Jobcenter. Völlig unangemeldet. Direkt ins Büro unseres Fallmanagers oder Kundenbetreuers oder wie immer dieser arme Mensch jetzt heißen mag. Wir sagen: »Da sind wir. Ja, wir haben einen Termin!« Wir halten einen Zettel hoch, da steht drauf: Jobcenter, heute! Wir besuchen unseren Bundestagsabgeordneten in seinem Wahlkreisbüro, egal, ob wir ihn gewählt haben oder nicht. Wir ziehen in die Rathäuser. Wir spazieren in die Parteizentralen und lassen uns melden. »Guten Tag, sagen wir, hier sind wir.«
Wir gehen in die Moscheen und ziehen die Schuhe aus. Wir setzen uns in die Kirchen und rufen: »Grüß GOtt!« Wir besuchen die Synagogen und setzen uns Mützen und Hüte auf. Wir bilden Menschenketten. Wir stellen uns Hand in Hand um den Bundestag und um das Kanzleramt. Ich schicke euch die Adressen, ich poste sie auf Facebook. Ich werde sie twittern. Druckt sie euch aus. Und geht los. Morgen um 12. Oder übermorgen um 5 Uhr nachmittags.
Oder nächsten Montag bei der Pegida-Demo. Wir gehen dort hin und wir schauen sie uns an. Vielleicht sehen wir ja Bekannte von uns in dieser anonymen Menschenmasse. Oder Nachbarn. Oder Freunde. Oder jemanden aus unserer Familie. Einen Onkel. Oder einen Lehrer. Oder einen Lehrer unserer Kinder.
Und wenn wir dann dort stehen, wenn wir dann alle dort stehen, vor den Parlamenten und Kirchen und Moscheen und Tempeln und Polizeiwachen und Parteizentralen und Bankfilialen, vor den Ämtern und Behörden, vor dem Springer-Verlag, wo sie die BILD-Zeitung zusammenschmieren, vor unseren besorgten Mitbürgerinnen und Mitbürgern …

… dann heben wir unsere Arme und unsere Hände in die Luft. Dann strecken wir unsere Zeigefinger aus. Und wir zeigen auf sie. Auf die Aufwiegler und Abkanzler. Auf die Gläubigen und Leichtgläubigen. Die Anstifter und Mitläufer. Die Brandstifter und Biedermänner. Die nützlichen Idioten und Patrioten. Die Gierigen und die Schmierigen. Die Politiker-Darsteller und Witzfiguren und die Spaßmacher. Die Nuhrs und Barths und Jauchs und Sarrazins und Luckes und Bachmanns und Elsäßers und Jepsens und Broders und Diekmanns. Auf die Schwätzer und Hetzer und Menschenrechtsverletzer. Die Blender und Meinungs-Schänder. Die Wortverdreher und Putinversteher. Die Datenerfasser und Schwulenhasser. Die Kriegstreiber und Händereiber. Die Friedensgegner und Waffensegner. Die Wutbürger mit Rassismushintergrund.
Und dann lachen wir!
Aus vollen Kehlen. Aus vollem Herzen. Wir lachen sie alle aus!
Wir lachen sie zum Stadttor hinaus!
Wir lachen sie bis über die Landesgrenzen!
Wir lachen sie über das Mittelmeer. Ohne Boot!
Wir lachen, bis ihnen das Lachen vergeht.
Wir lachen sie in Grund und Boden!
Freunde!
Lasst uns einen Flashmob machen!
Denn wir lachen zu wenig.

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2 Kommentare

  1. textgruen

    Ich bin krank. Also dabei. Denn desto ansteckender kann ich lachen…
    Haha, bin ich gewitzt oder was.
    Bis morgen um 12. Oder übermorgen um 5 Uhr nachmittags.

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