Getagged: Angela Merkel

Die NSA hört nicht mehr das Telefon der Kanzlerin ab. Sondern nur noch die Telefone, die sie anruft.

Heute: Der Regierungssprecher Stefan Seibert

Seibert: Seibert, Regierungssprecher, guten Tag?

Merkel: Ja, Herr äh Seifert, Merkel hier.

Seibert: Meine Kanzlerin. Was kann ich für Sie tun?

Merkel: Ich will in die Zeitung.

Seibert: Ah, ja. – Aber Sie sind doch schon in der Zeitung. Sogar jeden Tag. Und im Fernsehen. Und …

Merkel: Ich weiß. Ich will mit was positivem in die Zeitung. Und ins Fernsehen.

Seibert: Ja, da weiß ich jetzt auch nicht. Wir hatten doch jetzt gerade diese Neujahrsansprache. Das haben Sie doch gar nicht so schlecht, ich meine, das war doch … also nicht gerade die Einschaltquoten, aber zum Beispiel im Netz …

Merkel: Herr äh Seifert, ich will, dass die Leute mit Transparenten vor meinem Kanzleramt stehen.

Seibert: Tun sie doch.

Merkel: Aber da soll was nettes draufstehen. »Angela, halte durch.« – »Angela, wir glauben an dich.« – »Angela, Du bist eine Kämpferin.«

Seibert: Wir könnten vielleicht jemanden von der Jungen Union … die meinen das sogar ernst.

Merkel: Nein, Herr, äh, Seifert, ich will das, was der äh, Schumacher hat.

Seibert: Ein Koma?

Merkel: Nein.

Seibert: Ein Hirntrauma?

Merkel: Ein Medienecho! Die Leute sollen beten.

Seibert: Tun sie doch schon.

Merkel: Die sollen für mich beten.

Seibert: Vielleicht könnte Pastor, äh Präsident Gauck eine kleine Messe für Sie …

Merkel: Nein, das Volk, das Volk soll beten. – Ich will sowas wie der Schumacher hat. Einen Unfall. Einen Skiunfall. Die Leute stehen vor seinem Krankenhaus und beten. Das will ich auch.

Seibert: Der Mann ist siebenmaliger Formel-I-Weltmeister.

Merkel: Na und? Ich bin dreimalige Bundeskanzlerin. In Folge!

Seibert: Aber, meine Kanzlerin, damit macht man keine Scherze.

Merkel: Das ist kein Scherz.

Seibert: Also ein Skiunfall.

Merkel: Aber ohne Koma. Ich will weiterregieren, sonst macht das der, äh, Gabriel. Lieber ein Wachkoma.

Seibert: Wachkoma ist auch Koma.

Merkel: Dann ein Skiunfall ohne Koma.

Seibert: Sie könnten sich die Arme brechen. Oder ein Bein.

Merkel: Nein, das tut weh.

Seibert: Ohne Wehtun wird es wohl nicht gehen. – Fahren Sie überhaupt Ski?

Merkel: Ich mach Langlauf.

Seibert: Beim Langlauf kann man sich nicht verletzen.

Merkel: Ich schon. Ich falle hin und stoßen mir den Po.

Seibert: Steißbeinbruch.

Merkel: Nein, kein Bruch. Ich stoße mir einfach nur den Po.

Seibert: Vielleicht ein Anbruch. Steißbeinanbruch.

Merkel: Will ich nicht.

Seibert: Dann Becken. Beckenanbruch.

Merkel: Ja, das will ich. Tut das weh?

Seibert: Ich bin kein Arzt.

Merkel: Dann fragen Sie den, den, wer ist gerade Gesundheitsminister.

Seibert: Herr Gröhe.

Merkel: Wer?

Seibert: Herr Gröhe.

Merkel: Ja, egal, fragen Sie den.

Seibert: Ich würde das ganze noch nicht an die große Glocke hängen. Sonst heißt es, Sie hätten da absichtlich …

Merkel: Absichtlich?

Seibert: Na, das wäre doch ein großer Zufall. Erst der Herr Schumacher und dann Sie.

Merkel: Im Winter gibt es ganz viele Skiunfälle.

Seibert: Das stimmt, aber …

Merkel: Ich könnte meinen Unfall ja vor dem von Herrn äh Schumacher gehabt haben. Dann hat er ihn mir nachgemacht.

Seibert: Und warum gehen wir dann erst jetzt damit an die Presse?

Merkel: Weil – ich so bescheiden bin und kein großes Gewese um die Sache machen wollte.

Seibert: Das ist gut.

Merkel: Aber jetzt haben sich Komplikationen ergeben.

Seibert: Komplikationen?

Merkel: Komplikationen.

Seibert: Ach so. Sie sind vor Weihnachten beim Langlauf auf den … also hingefallen.

Merkel: Auf den Po.

Seibert: Genau. Und das hat natürlich wehgetan.

Merkel: Ja, ganz schön hat das wehgetan.

Seibert: Sie haben sich dabei aber zuerst nichts gedacht.

Merkel: Wieso?

Seibert: Weil, weil, weil bei Frauen da unten ja öfter mal was wehtut.

Merkel: Genau.

Seibert: Aber jetzt, als nach zwei, drei Wochen die Schmerzen nicht nachgelassen haben, da sind Sie zum Arzt gegangen und der hat Sie geröntgt und festgestellt:

Merkel: Koma.

Seibert: Nein.

Merkel: Wachkoma.

Seibert: Beckenbruch, Anbruch, Beckenanbruch.

<Merkel: Wunderbar.

Seibert: Dann müssten Sie aber für ein paar Tage an Krücken …

Merkel: Im Rollstuhl! Das sieht besser aus.

Seibert: Das könnte etwas übertrieben wirken.

Merkel: Bei dem, wie heißt der, der war mal Finanzminister.

Seibert: Herr Minister Schäuble. Der ist immer noch Finanzminister.

Merkel: Ach. Ich dachte, das wäre der, der …

Seibert: Nein.

Merkel: Bei dem sieht das auch nicht übertrieben aus.

Seibert: Meine Kanzlerin, der Dr. Schäuble, der ist gelähmt.

Merkel: Dann kann ich seinen Rollstuhl nicht haben?

Seibert: Nein. Das wird kaum gehen. Vielleicht könnten wir ein Bett organisieren.

Merkel: Ein Bett?

Seibert: Ein Krankenbett. So mit Rädern untendran. Viele große Staatsmänner haben im Liegen regiert. Nero, Ghandi, Kleopatra …

Merkel: Wirklich?

Seibert: Ja, sicher.

Merkel: Vielleicht eher eine Sänfte.

Seibert: Das könnte zu extravagant ausgelegt werden.

Merkel: Ich will eine Sänfte.

Seibert: Da brauchen wir Träger für. Und ich weiß nicht, ob die Männer vom Fahrdienst …

Merkel: Papperlapapp Fahrdienst. Ich will eine Sänfte! Und ich will, dass der äh Gabriel die trägt, der und der Altmeier. – Und geben Sie heute noch die Pressemeldung raus.

Seibert: Ja, natürlich meine Kanzlerin.

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