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Jetzt wird die Welt gerettet

Bundesregierung ruft Klima-Kommission ins Leben

Endlich ist es soweit! Wie die Bundesregierung gestern Nacht auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz verkündete, wird es ab sofort eine Klima-Kommission geben, die Verhandlungen durchführt.

„Die Bundesregierung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert kurz nach Mitternacht, „wird nicht mehr mit anderen Staaten über bestehende Vereinbarungen sprechen oder neue Verträge abschließen. Wir warten nicht mehr auf China oder die USA, sondern reden ab sofort direkt mit den Verantwortlichen.“

Seit des alarmierenden Berichts des Weltklimarats, nach dem bereits 2030 alle Bemühungen, eine Klimakatastrophe zu verhindern, zu spät sein könnten, werden jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt.

„Wir müssen radikal umdenken“, sagte Anselmus Schrödter vom Ministerium für Katastrophen, „die Bedrohung der 70er und 80er Jahre bestand vor allem in einem Atomangriff der Russen, daher wurden auch unterirdische Bunder gebaut. Die sind bei einem Abschmelzen der Polarkkappen oder Starkregen mit Überschwemmungen natürlich sinnlos.“

Prognosen zeigen: Steigt der Meeresspiegel weiter, verkürzt sich die S-Bahnfahrt von Berlin zur Nordsee auf nur noch fünf Minuten.

Die Klima-Kommission aus Teilen der Bundesregierung und Vertretern der großen Volksparteien hat bereits getagt, erklärte ihr Sprecher Richard Brüchle von der Unions-Fraktion in der Nacht. Gespräche mit Vertreter*innen von Initiativen „Friday for Future“ oder „Extinction Rebellion“ werden allerdings strikt abgelehnt. „Wir verhandeln nicht mit Kindern. Alleiniger Ansprechpartner für uns ist natürlich – das Klima selbst.“

Eine überraschende Aussage, viele der schon sehr müden Pressevertreter*innen sind schlagartig hellwach.

„Ziel ist“, fährt Brüchle fort, „das Klima zu überzeugen, nicht wärmer zu werden. Wir haben aus bereits der Kommission heraus eine Ad-hoc-Kommission gebildet, die Kontakt zum Klima aufnehmen soll. Die ersten Briefe sind verschickt, bisher hat sich das Klima allerdings noch nicht gemeldet. Nächste Woche werden wir versuchen, E-Mails zu schreiben und auch über die Sozialen Netzwerke Kontakt aufzunehmen. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich an das Klima appellieren: Wir sind jederzeit für ergebnisoffene Gespräche bereit und haben auch eine Hotline geschaltet, bei der sich das Klima rund um die Uhr bei uns melden kann. – Außerdem fahren wir mehrgleisig. Unsere Experten sagen, dass es sein könnte, dass auch die Sonne mit Schuld an der Erderwärmung sein könnte. Wir werden also ein Team mit einer Rakete zur Sonne schicken, wir kooperieren da mit der ESA und Elon Musk. Erste Gespräche mit Herrn Musk hat Armin Laschet ja bereits geführt.“

Was die Verhandlungen mit der Sonne betrifft denke die Kommission an eine zeitlich begrenzte freiwillige Selbstverpflichtung. Also etwa einen Monat ohne Sonnenschein, um der Erde die Gelegenheit zu geben, sich abzukühlen.

Aus wem soll dieses Team bestehen?, meldet sich ein Kollege in der ersten Reihe.

„Wir greifen da“, antwortet Seibert, „auf unser bewährtes Task-Force-Team Andreas Scheuer und Jens Spahn zurück, die ja schon während der Corona-Pandemie …“

Wäre es nicht besser, Experten zu schicken?, ruft eine Kollegin dazwischen, Brüchle ergreift das Wort: „All unsere Experten sind sich einig, dass Herr Scheuer und Herr Spahn zur Sonne geschossen zu werden sollten. Ja, ich weiß, was sie sagen wollen. Die Sonne ist sehr heiß, deswegen werden wir nur nachts fliegen. Nein, Scherz beiseite, wir wissen, dass die Sonne auch nachts scheint. Aber das Licht der Sonne braucht sieben Minuten bis zur Erde. Unsere Rakete fliegt viel langsamer, das heißt, dass sie auch viel weniger Hitze abbekommt.“

Und wenn die Verhandlungen mit dem Klima scheitern? Wird es eine Arche geben, wie in der Presse schon zu lesen war?

„Nein, es wird keine Arche geben“, dementierte Seibert, „wir planen lediglich einige mobile maritime Einheiten, denen ein Anstieg der Meerespiegel nichts anhaben kann. Auf denen werden Regierung und Klima-Kommission arbeiten, sollten sich die Verhandlungen etwas in die Länge ziehen.“

Sind damit Schiffe gemeint?, fragt der Kollege der Zeitschrift mare.

„Ja, Schiffe. Aber keine Arche. Es werden keine Tiere mitgenommen. Nur welche zum Essen.“

Wann werde denn mit den ersten Ergebnissen zu rechnen sein?

„Wahrscheinlich nicht mehr in dieser Legislaturperiode“, sagt Seibert. „Und natürlich kann die Bundesregierung nicht dafür garantieren, dass die Grünen oder die Linke die Bemühungen der Bundesregierung fortsetzen, sollten sie aus Versehen an die Macht gelangen. Sollte Armin Laschet nicht zum Kanzler gewählt werden, wird die Klima-Kommission sofort aufgelöst. Dann müssen wir – leider – alle sterben.“

Die NSA hört nicht mehr das Telefon der Kanzlerin ab. Sondern nur noch die Telefone, die sie anruft.

Heute: Der Regierungssprecher Stefan Seibert

Seibert: Seibert, Regierungssprecher, guten Tag?

Merkel: Ja, Herr äh Seifert, Merkel hier.

Seibert: Meine Kanzlerin. Was kann ich für Sie tun?

Merkel: Ich will in die Zeitung.

Seibert: Ah, ja. – Aber Sie sind doch schon in der Zeitung. Sogar jeden Tag. Und im Fernsehen. Und …

Merkel: Ich weiß. Ich will mit was positivem in die Zeitung. Und ins Fernsehen.

Seibert: Ja, da weiß ich jetzt auch nicht. Wir hatten doch jetzt gerade diese Neujahrsansprache. Das haben Sie doch gar nicht so schlecht, ich meine, das war doch … also nicht gerade die Einschaltquoten, aber zum Beispiel im Netz …

Merkel: Herr äh Seifert, ich will, dass die Leute mit Transparenten vor meinem Kanzleramt stehen.

Seibert: Tun sie doch.

Merkel: Aber da soll was nettes draufstehen. »Angela, halte durch.« – »Angela, wir glauben an dich.« – »Angela, Du bist eine Kämpferin.«

Seibert: Wir könnten vielleicht jemanden von der Jungen Union … die meinen das sogar ernst.

Merkel: Nein, Herr, äh, Seifert, ich will das, was der äh, Schumacher hat.

Seibert: Ein Koma?

Merkel: Nein.

Seibert: Ein Hirntrauma?

Merkel: Ein Medienecho! Die Leute sollen beten.

Seibert: Tun sie doch schon.

Merkel: Die sollen für mich beten.

Seibert: Vielleicht könnte Pastor, äh Präsident Gauck eine kleine Messe für Sie …

Merkel: Nein, das Volk, das Volk soll beten. – Ich will sowas wie der Schumacher hat. Einen Unfall. Einen Skiunfall. Die Leute stehen vor seinem Krankenhaus und beten. Das will ich auch.

Seibert: Der Mann ist siebenmaliger Formel-I-Weltmeister.

Merkel: Na und? Ich bin dreimalige Bundeskanzlerin. In Folge!

Seibert: Aber, meine Kanzlerin, damit macht man keine Scherze.

Merkel: Das ist kein Scherz.

Seibert: Also ein Skiunfall.

Merkel: Aber ohne Koma. Ich will weiterregieren, sonst macht das der, äh, Gabriel. Lieber ein Wachkoma.

Seibert: Wachkoma ist auch Koma.

Merkel: Dann ein Skiunfall ohne Koma.

Seibert: Sie könnten sich die Arme brechen. Oder ein Bein.

Merkel: Nein, das tut weh.

Seibert: Ohne Wehtun wird es wohl nicht gehen. – Fahren Sie überhaupt Ski?

Merkel: Ich mach Langlauf.

Seibert: Beim Langlauf kann man sich nicht verletzen.

Merkel: Ich schon. Ich falle hin und stoßen mir den Po.

Seibert: Steißbeinbruch.

Merkel: Nein, kein Bruch. Ich stoße mir einfach nur den Po.

Seibert: Vielleicht ein Anbruch. Steißbeinanbruch.

Merkel: Will ich nicht.

Seibert: Dann Becken. Beckenanbruch.

Merkel: Ja, das will ich. Tut das weh?

Seibert: Ich bin kein Arzt.

Merkel: Dann fragen Sie den, den, wer ist gerade Gesundheitsminister.

Seibert: Herr Gröhe.

Merkel: Wer?

Seibert: Herr Gröhe.

Merkel: Ja, egal, fragen Sie den.

Seibert: Ich würde das ganze noch nicht an die große Glocke hängen. Sonst heißt es, Sie hätten da absichtlich …

Merkel: Absichtlich?

Seibert: Na, das wäre doch ein großer Zufall. Erst der Herr Schumacher und dann Sie.

Merkel: Im Winter gibt es ganz viele Skiunfälle.

Seibert: Das stimmt, aber …

Merkel: Ich könnte meinen Unfall ja vor dem von Herrn äh Schumacher gehabt haben. Dann hat er ihn mir nachgemacht.

Seibert: Und warum gehen wir dann erst jetzt damit an die Presse?

Merkel: Weil – ich so bescheiden bin und kein großes Gewese um die Sache machen wollte.

Seibert: Das ist gut.

Merkel: Aber jetzt haben sich Komplikationen ergeben.

Seibert: Komplikationen?

Merkel: Komplikationen.

Seibert: Ach so. Sie sind vor Weihnachten beim Langlauf auf den … also hingefallen.

Merkel: Auf den Po.

Seibert: Genau. Und das hat natürlich wehgetan.

Merkel: Ja, ganz schön hat das wehgetan.

Seibert: Sie haben sich dabei aber zuerst nichts gedacht.

Merkel: Wieso?

Seibert: Weil, weil, weil bei Frauen da unten ja öfter mal was wehtut.

Merkel: Genau.

Seibert: Aber jetzt, als nach zwei, drei Wochen die Schmerzen nicht nachgelassen haben, da sind Sie zum Arzt gegangen und der hat Sie geröntgt und festgestellt:

Merkel: Koma.

Seibert: Nein.

Merkel: Wachkoma.

Seibert: Beckenbruch, Anbruch, Beckenanbruch.

<Merkel: Wunderbar.

Seibert: Dann müssten Sie aber für ein paar Tage an Krücken …

Merkel: Im Rollstuhl! Das sieht besser aus.

Seibert: Das könnte etwas übertrieben wirken.

Merkel: Bei dem, wie heißt der, der war mal Finanzminister.

Seibert: Herr Minister Schäuble. Der ist immer noch Finanzminister.

Merkel: Ach. Ich dachte, das wäre der, der …

Seibert: Nein.

Merkel: Bei dem sieht das auch nicht übertrieben aus.

Seibert: Meine Kanzlerin, der Dr. Schäuble, der ist gelähmt.

Merkel: Dann kann ich seinen Rollstuhl nicht haben?

Seibert: Nein. Das wird kaum gehen. Vielleicht könnten wir ein Bett organisieren.

Merkel: Ein Bett?

Seibert: Ein Krankenbett. So mit Rädern untendran. Viele große Staatsmänner haben im Liegen regiert. Nero, Ghandi, Kleopatra …

Merkel: Wirklich?

Seibert: Ja, sicher.

Merkel: Vielleicht eher eine Sänfte.

Seibert: Das könnte zu extravagant ausgelegt werden.

Merkel: Ich will eine Sänfte.

Seibert: Da brauchen wir Träger für. Und ich weiß nicht, ob die Männer vom Fahrdienst …

Merkel: Papperlapapp Fahrdienst. Ich will eine Sänfte! Und ich will, dass der äh Gabriel die trägt, der und der Altmeier. – Und geben Sie heute noch die Pressemeldung raus.

Seibert: Ja, natürlich meine Kanzlerin.